12 Marzo 2021

AstraZeneca-Impfung: Codacons plant Sammelklage

 

In Italien haben sich angesichts der Debatte um den AstraZeneca-Impfstoff zahlreiche Impfwillige wieder abgemeldet. Vor allem bei Lehrerpersonal und den Sicherheitskräften gab es nach Angaben der Behörden zahlreiche Abmeldungen. In Südtirol gab es nach Angaben des Südtiroler Sanitätsbetriebes rund fünf Prozent Absagen.
Codacons plant Sammelklage
Der größte italienische Konsumentenschutzverband Codacons berichtete über zahlreiche Meldungen von Bürgern über schwere allergische Reaktionen nach einer Astrazeneca-Impfung. Codacons plant eine Sammelklage aller Personen, die nach der Impfung Schäden erlitten hätten. Zwar gebe es noch keine Beweise eines direkten Zusammenhangs zwischen der Impfung und der Reaktion der Patienten. “Wir sammeln jedoch die Klagen der Bürger in Hinblick auf Entschädigungen”, berichtete Codacons.
Südtirol hält sich an AIFA-Empfehlung
Der Südtiroler Sanitätsbetrieb hat in einer Aussendung betont, dass die Verabreichung des Impfstoffes AstraZeneca auf der Grundlage der Empfehlungen der Europäische Arzneimittelbehörde EMA und der Italienischen Agentur für Medikamente AIFA erfolgt. Die Charge ABV5200, welche in Dänemark zur Aussetzung oder teilweisen Aussetzung der AstraZeneca-Impfungen führte wurde nie nach Italien respektive Südtirol geliefert. Die in Italien blockierte Charge mit Nr. ABV2856 wurde Anfang Februar mit 2520 Dosen verimpft. Hierzu gebe es keine Informationen über schwere Impfreaktionen.

Bei insgesamt 13.896 verimpften AstraZeneca-Dosen in Südtirol wurde bis heute ein Fall von relevanten Nebenwirkungen gemeldet. Auch diesbezüglich muss ein kausaler Zusammenhang noch überprüft werden.

Am Freitag Nachmittag gab die italienische Arzneibehörde AIFA bekannt, dass kein Zusammenhang zwischen den gemeldeten schweren Krankheitsfällen und der Verabreichung des Impfstoffes bestehe.

Die Regierung hatte eine Astrazeneca-Charge eingezogen, nachdem Justizermittlungen wegen des Todes von zwei Militärangehörigen und einem Polizisten auf Sizilien nach der Impfung eingeleitet wurden. Laut der Staatsanwältin von Syrakus, Sabrina Gambino, die um den Tod eines 43-jährigen Marineoffiziers auf Sizilien ermittelt, besteht ein “objektiver chronologischer Zusammenhang” mit der Impfung und dem Herzstillstand. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen gegen vier Personen wegen Fahrlässigkeit ein. Das Oberste Gesundheitsinstitut ISS leitete eine Ermittlung über die von den Behörden beschlagnahmte Astrazeneca-Charge ein. Ergebnisse dazu werden nächste Woche erwartet.

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